Die Commerzbank tut derzeit alles, um die eigenen Aktionäre und Investoren vom Kurs der Eigenständigkeit zu überzeugen, damit sie nicht einem eventuell kommenden Angebot der UniCredit verfallen. Dafür entfaltet sie eine Wachstums-Story, die überwiegend auch von realen Erfolgskennzahlen gestützt ist. Insbesondere soll der stark gewachsene Gewinn von 2,7 Milliarden Euro nach Steuern (2024) in der Höhe komplett als Dividende an die Anteilseigner ausgeschüttet werden, wodurch die Dividendenrendite von 2,7 % (2024) auf 3,4 % aktuell und bis 2028 auf 3,9 % klettern soll. Dies kann sich die Commerzbank derzeit leisten, da sie eine Eigenkapitalquote von mehr als 15 % und damit einen Puffer über den Vorgaben hat. Die Erwartung von Coba-Chefin Bettina Orlopp ist dann, dass der Aktienkurs weiter steigt (auch wegen Angebotsverknappung im Zuge von Aktienrückkäufen) und eine Übernahme für Mailand übermäßig teuer würde.
Außerdem soll die Bank auf Effizienz getrimmt werden, um die bereits gesunkene Kostenquote (zuletzt ein Kosten-Aufwand-Verhältnis von 0,59) weiter zu senken und um Provisions- und Kontogebührenerträge zu steigern. Die Belegschaft muss bis Ende 2027 einen Abbau von 3900 Vollzeitstellen verkraften, davon 3300 in Deutschland, wohl besonders in Zentralfunktionen und im Back Office. Dies soll und kann nach aller Erfahrung ausschließlich sozialverträglich vonstatten gehen, also über Altersteilzeit und Abfindungen – für deren Ausgestaltung detaillierte Verhandlungen mit den Arbeitnehmer-Vertretungen erst beginnen. Die Bank stellte für die Restrukturierung bereits für 2025 rund 700 Millionen Euro zurück. Per Saldo sollen konzernweit rund 36.700 Vollzeit-Arbeitsplätze bestehen bleiben – denn neben dem Abbau soll es auch markanten Stellenaufbau beesonders in der IT geben, verstärkt in den personalkosten-günstigen Standorten Sofia und Kuala Lumpur…
(aus: capital.de)